Nach dem Abitur ins Ausland – Teil 3

Im dritten Teil der Serie Nach dem Abitur ins Ausland interviewe ich meinen sehr guten Freund Steffen, der ein Freiwilliges Soziales Jahr in New York City gemacht hat. Wenn ihr den ersten und zweiten Teil noch nicht gelesen habt, würde ich mich freuen, wenn ihr dort auch mal vorbei schaut.
Nach dem Abitur ins Ausland: FSJ in New York City

Nach dem Abitur ins Ausland: FSJ in New York City – © Foto: Peter

Steffen ist 21 Jahre alt und ist im September 2013 nach dem Abitur ins Ausland gegangen. Fast ein Jahr lang hat er ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in New York City gemacht.
Nach dem Abitur ins Ausland: Steffen (21) hat ein FSJ in New York gemacht. | Peter R. Stuhlmann

Steffen (21) hat ein FSJ in New York gemacht.

Warum hast Du Dich entschieden ein FSJ zu machen? Und warum gerade in New York? Für meine Entscheidung nach New York zu gehen, war tatsächlich die Stadt bzw. das Land entscheidend. Nach zwölf Jahren Schule hatte ich mal Lust möglichst weit weg zu gehen und die USA interessierten mich sowieso. Gerne wollte ich das auch mit sozial sinnvoller Arbeit kombinieren, aber weit weg war zunächst erste Priorität. Da nur wenige Organisationen eine bezahlbare Erfahrung in den USA bieten, bin ich auf Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. gekommen. Wie lange im Voraus hast Du Dich bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF) bewerben müssen? Mein Aufenthalt im Ausland war letztendlich ein Freiwilligendienst über die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Sie vermittelt jedes Jahr mehr als hundert Freiwillige in 13 Länder. Alle Projekte, in denen die Freiwilligen arbeiten, haben einen Bezug zur NS-Vergangenheit Deutschlands und man leistet in der Regel Arbeit bei Bevölkerungsgruppen, die besonders unter der NS-Herrschaft gelitten haben. Da das eine sehr sensible Arbeit ist, muss sich ASF die Freiwilligen gut aussuchen. Aus diesem Grunde begann der Bewerbungsprozess schon knapp ein Jahr bevor ich das Land verließ, im November 2012. Die Bewerbung war sehr umfangreich und beinhaltete auch ein Wochenendseminar Anfang 2013. Als ich dann im Frühjahr/Sommer die Zusage erhielt, wurde sich um alles Weitere für mich (Visumbeantragung, etc.) gekümmert und ich musste letztendlich nur noch meine Sachen packen.
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Wie hast Du in New York gelebt und gearbeitet und was hast Du in Deiner Freizeit unternommen? Glücklicherweise wurde mir für meine Zeit in New York eine Wohnung von meiner Arbeitsstelle vermittelt. So hatte ich das Glück relativ zentral in Manhattan zu wohnen. Ich habe in einem Obdachlosenprogramm für Senioren gearbeitet und war dort Teil eines kleinen Teams. Ich habe auf Anrufe reagiert, Interviews mit potentiellen Klienten geführt und abends Essen gekocht. In der Freizeit bin ich viel gereist und habe vor allem viel mit den anderen Freiwilligen von ASF unternommen, zu denen ich noch heute zum Teil sehr guten Kontakt habe. New York ist ja bekanntlich sehr teuer. Wie wurde Dein Jahr dort finanziert? Generell wird einem bei der Finanzierung sehr gut geholfen. Als Freiwilliger muss man neben eines einmaligen Solidaritätsbetrags von ca. 1.000 Euro für das Jahr keine Kosten aufbringen. Allerdings muss man, denn irgendwie der Aufenthalt ja finanziert werden, zehn Paten finden, die bereit sind, ASF für den Zeitraum deines Aufenthaltes zu unterstützten und zwar mit mindestens 15 Euro im Monat. Dafür habe ich viele Familienmitglieder, Freunde und Lehrer meiner Schule angesprochen und so auch schnell die Paten zusammenbekommen. Während meiner Zeit dort habe ich ein Gehalt bekommen, mit dem ich die Miet- und Lebenskosten decken konnte. So sind für mich für das ganze Jahr (auch weil Flug und Unterkünfte von ASF gezahlt werden) kaum Kosten entstanden.
Nach dem Abitur ins Ausland: New York City - Skyline Manhattan | Peter R. Stuhlmann | peteraroundtheworld.com

Die Skyline von Manhattan. – © Foto: Pixabay

Was hat Dir an dem Jahr gefallen, was eher weniger? Hast Du dort Erfahrungen fürs Leben sammeln können? Insgesamt war es eine wunderbare Erfahrung, die ich jedem empfehlen kann. Man lernt viele interessante Personen kennen, lernt, komplett alleine klarzukommen und bekommt sehr viel Anerkennung für das, was man tut. Man lernt allerdings auch, dass ein Winter alleine in einer fremden Stadt wirklich lang sein kann und dass man manchmal natürlich zu Hause sehr vermisst! So kam es bei mir auch dazu, dass ich jede Woche mehrere Stunden mit meiner Mama geskypt habe. Bei ASF hat man in der Hinsicht noch den großen Vorteil, dass man nie alleine ist – weil meistens in der gleichen Stadt, aber immer im gleichen Land noch jemand ist, den man zumindest grob kennt. Das macht viele Dinge sehr viel einfacher! Als Du zurück in Deutschland warst, wie ging es für Dich weiter? Nach meinem Auslandsaufenthalt bin ich nach Dresden gezogen und habe dort ein Lehramtsstudium begonnen. Die Bewerbung war nicht weiter kompliziert bzw. genauso kompliziert wie aus Deutschland. Im Vorhinein sollte man allerdings dafür sorgen, dass man die benötigten Unterlagen zumindest grob zusammengesucht hat, da es sonst sehr schwierig ist, sie aus dem Ausland heraus zu besorgen.
Ich hoffe, Euch hat dieser Beitrag gefallen. Dir, Steffen, danke ich natürlich herzlich dafür, dass Du an dem kleinen Interview teilgenommen hast und meinen Bloglesern einen interessanten Eindruck von Deinem Auslandsjahr vermitteln konntest. Wenn auch ihr nach dem Abitur ins Ausland gegangen seid oder dies vorhabt, schreibt mir Eure Erlebnisse/Pläne in die Kommentarbox. Für zukünftige Teile der Serie Nach dem Abitur ins Ausland suche ich auch noch Leute, die bereit sind in einem Beitrag ein paar Fragen zu ihrem Auslandsaufenthalt zu beantworten. Wenn ihr daran Interesse habt, könnt ihr auch sehr gerne melden.

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3 Kommentare

  1. […] Nach dem Abitur ins Ausland – 3 – Steffens FSJ in New York City […]

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