Zagreb – Belgrad – Nachtzug nach Sofia
Der Asiate packte seine Sachen lautstark zusammen, davon wachte ich auf. Es kam ein kleines Gespräch zwischen uns zustande und er erzählte mir, dass er schon auf der ganzen Welt herumgereist ist. Seine Europatour dauerte nun schon fünf Monate und er war erst am Anfang. Zwei von drei Wochen in Zagreb verbrachte er wegen einer Grippe größtenteils im Hostel. Naja, er scheint auf jeden Fall viel Zeit zu haben. Nachdem er die Unterkunft verlassen hat packte ich auch meine Sachen, machte einen Abstecher zu McDonald’s, da in den 11 Euro kein Frühstück inklusive war. Dann fuhr ich „schwarz” mit der Straßenbahn zum Bahnhof und setzte mich in den schon in Deutschland reservierten Zug nach Belgrad. Im Zug gab sogar noch ein kleines Problem. Das war der erste Zug, der wirklich richtig voll war. Und auf meinem Platz saß schon eine Frau, die nicht einsehen wollte, sie dort nur mit Reservierung sitzen darf. Andere Fahrgäste haben mir dann versucht zu helfen mich verständlicher zu machen. Aber ich glaube, die Frau wollte dann auch einfach nur noch stur sein. Es half nichts. Ich habe mich dann auf einen Platz gesetzt, der nach der Abfahrt leer geblieben ist. Davon gab es wahrscheinlich nicht mehr als drei im ganzen Zug.

Am Abend in der serbischen Hauptstadt Belgrad
In Belgrad angekommen, setzte ich mich wieder in eine Straßenbahn in der Hoffnung an einem Supermarkt vorbei zufahren. Der Durst war da und der Hunger auch. Ich wurde kontrolliert, habe mich wieder rausreden wollen, indem ich dachte, dass das Ticket für alle europäischen Züge einschließlich des städtischen Nahverkehrs gilt. Dass ich das dachte hat die Dame mir ganz offensichtlich nicht abgekauft war aber sehr nett und gab mir zu verstehen, dass es schon okay ist. Ich musste weder ein Ticket nachlösen noch an der nächsten Station aussteigen. Es kam so rüber wie: „Merk es Dir fürs nächste Mal.” Nach anderthalb Stunden kam ich dann an einem großen Einkaufszentrum vorbei, stieg aus und schlenderte eine Stunde durch das Ušće Shopping Center. Ich stillte meinen Hunger, deckte mich mit zwei Flaschen 2-Liter-Cola ein und fuhr zurück zum Bahnhof. Dort saß ich dann noch etwa zwei Stunden bevor ich in den Nachtzug nach Sofia einstieg.
Hier gehts zum Video dieses Tages: http://youtu.be/arznR341fUE